Vaillant aroTHERM plus: Smart-Home-Integration über den VRC 700
Die Vaillant aroTHERM plus ist eine der leistungsstärksten Luft-Wasser-Wärmepumpen am deutschen Markt. Ihr volles Potenzial entfaltet sie jedoch erst, wenn man sie intelligent in das heimische Smart Home einbindet. Zentrale Komponente dafür ist der Wärmepumpenregler VRC 700, der weit mehr kann als nur Heizzeiten zu programmieren. In diesem Artikel erfahren Sie, wie die Integration genau funktioniert, welche Voraussetzungen Sie schaffen müssen und welche smarten Funktionen Ihnen den Alltag erleichtern.
Wie funktioniert die Smart-Home-Integration der Vaillant aroTHERM plus über den VRC 700?
Der VRC 700 fungiert als zentrale Steuereinheit für Ihre aroTHERM plus. Er ist standardmäßig im Lieferumfang enthalten und wird direkt mit der Wärmepumpe verbunden. Über ein farbiges Touchdisplay können Sie alle wichtigen Parameter einstellen: von der Heizkurve über die Warmwassertemperaturen bis hin zu Zeitprogrammen für Heizkreis und Warmwasserbereitung.
Die eigentliche Smart-Home-Integration erfolgt über die hauseigene App „Vaillant multiMATIC“ (für ältere Systeme) oder die neuere „Vaillant vSMART“ App. Dazu benötigen Sie ein optionales WLAN-Modul (Vaillant VR 921) oder eine direkte Ethernet-Verbindung des VRC 700 an Ihren Router. Sobald die Verbindung steht, können Sie die Wärmepumpe von überall per Smartphone steuern.
Folgende smarte Funktionen sind dann möglich:
- Fernzugriff auf Heizung und Warmwasser
- Anpassung der Raumtemperatur in Echtzeit
- Energieverbrauchsanzeige und -auswertung
- Wetterprognoseoptimierung (Smart Grid Ready)
- Einbindung in Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant (über IFTTT)
- Automatische Heizungsabsenkung bei Abwesenheit
Besonders praktisch: Der VRC 700 unterstützt die sogenannte „Smart Grid Ready“-Funktion. Das bedeutet, die Wärmepumpe kann auf ein Signal des Energieversorgers hin ihre Betriebsweise anpassen – etwa, wenn Überschussstrom aus erneuerbaren Quellen im Netz ist. So können Sie den günstigsten Stromtarif nutzen und gleichzeitig die Netzstabilität fördern.
Für die volle Integration in bestehende Smart-Home-Systeme wie Homematic IP, Bosch Smart Home oder Loxone benötigen Sie zusätzlich eine Schnittstelle, die über die offene Vaillant-Schnittstelle „Vaillant NetSmart“ angebunden wird. Diese ist besonders für diejenigen interessant, die bereits ein umfangreiches Smart Home betreiben.

Welche Voraussetzungen muss ich für die Smart-Home-Steuerung schaffen?
Bevor Sie die smarten Funktionen nutzen können, müssen einige grundlegende Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst benötigen Sie einen stabilen Internetanschluss mit ausreichender Bandbreite – 10 Mbit/s sind völlig ausreichend, aber eine zuverlässige Verbindung ist wichtiger als die reine Geschwindigkeit.
Die Hardware-Komponenten im Überblick:
| Komponente | Status/Preis |
|---|---|
| VRC 700 Regler | Im Lieferumfang der aroTHERM plus enthalten |
| WLAN-Modul VR 921 | Optional, ca. 150–200 Euro |
| Ethernet-Kabel (bei Kabelverbindung) | Ab ca. 10 Euro |
| Vaillant vSMART App | Kostenloser Download |
| Optional: Smart-Home-Gateway (z. B. Homematic CCU3) | Ca. 100–200 Euro |
Wichtig: Der VRC 700 ist nicht mit allen älteren Vaillant-Wärmepumpen kompatibel. Bei der aroTHERM plus ist der Anschluss jedoch werkseitig vorgesehen. Sollten Sie eine ältere Vaillant-Wärmepumpe besitzen, prüfen Sie vor dem Nachrüsten die Kompatibilität mithilfe der Vaillant-Kompatibilitätsliste.
Bei der Inbetriebnahme müssen Sie den VRC 700 zunächst mit der Wärmepumpe verbinden. Das geschieht über ein zweiadriges Bus-Kabel (eBUS), das in der Regel bereits verlegt ist. Nachdem Sie den Regler stromversorgt haben, können Sie die Netzwerkeinstellungen vornehmen. Wir empfehlen, die Verbindung per Ethernet-Kabel zu wählen, da sie stabiler und weniger anfällig für WLAN-Störungen ist. Erst wenn die Verbindung steht, können Sie die App einrichten und Ihre Wärmepumpe steuern.
Kann ich den VRC 700 mit anderen Smart-Home-Systemen kombinieren?
Ja, der VRC 700 lässt sich grundsätzlich in verschiedene Smart-Home-Ökosysteme einbinden. Die wichtigsten Möglichkeiten sind:
- Homematic IP: Über die Vaillant-Schnittstelle „NetSmart“ und das Homematic IP Gateway können Sie die Wärmepumpe in Ihre Homematic-Steuerung integrieren. So können Sie zum Beispiel Fensterkontakte nutzen, um die Heizung automatisch abzusenken, wenn gelüftet wird.
- Bosch Smart Home: Auch Bosch bietet eine Schnittstelle zur Vaillant-Welt. Hier funktioniert die Einbindung über den Bosch Smart Home Controller und den entsprechenden Skill.
- Loxone: Für ambitionierte Smart-Home-Bauer ist die Integration über Modbus/TCP möglich. Das erfordert allerdings etwas technisches Verständnis und gegebenenfalls einen separaten Loxone-Erweiterungsbaustein.
- Apple HomeKit: Über die Vaillant vSMART App ist eine Einbindung in Apple HomeKit möglich. Sie können dann per Siri die Heizung steuern.
- Amazon Alexa / Google Assistant: Per Sprache können Sie die Temperatur anpassen oder die Warmwasserbereitung starten. Diese Funktion basiert in der Regel auf IFTTT oder direkten Skills von Vaillant.
Achtung: Nicht jede Kombination ist sofort einsatzbereit. Für die Einbindung in Homematic IP benötigen Sie zum Beispiel das „Homematic IP Wired Gateway“, da die Kommunikation über eBUS läuft. Wir empfehlen, vor dem Kauf die Kompatibilitätsliste von Vaillant zu studieren oder den Fachhandel zu konsultieren.
Ein wichtiger Hinweis: Die Einbindung von Drittsystemen kann die Garantie der Wärmepumpe nicht beeinträchtigen, solange Sie die offiziellen Vaillant-Schnittstellen verwenden. Bei selbst gebastelten Lösungen (z. B. über OpenHAB oder FHEM) sollten Sie aber vorsichtig sein, da Fehlkonfigurationen die Garantie gefährden können.
Wie verändert die Smart-Home-Steuerung die Effizienz der aroTHERM plus?
Die Smart-Home-Integration kann die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Vaillant aroTHERM plus durchaus positiv beeinflussen. Der VRC 700 optimiert die Betriebsweise der Wärmepumpe automatisch durch mehrere Funktionen:
- Wetterführung: Der Regler gleicht die Heizkurve an die Außentemperatur an. Das spart bis zu 5 % Heizenergie im Vergleich zu einer starren Einstellung.
- Smart Grid: Durch die Nutzung günstigerer Stromtarife in Schwachlastzeiten können Sie die Betriebskosten senken. Die Wärmepumpe speichert dann Wärme im Pufferspeicher, um in teuren Zeiten darauf zugreifen zu können.
- Abwesenheitserkennung: Über die App oder Geofencing können Sie die Temperatur automatisch absenken, wenn niemand zu Hause ist. Das spart etwa 10–15 % Heizenergie.
- Warmwasseroptimierung: Die Warmwasserbereitung kann auf Zeiten verschoben werden, in denen die Wärmepumpe ohnehin läuft oder günstiger Strom verfügbar ist.
In der Praxis zeigt sich, dass eine gut eingestellte Smart-Home-Steuerung die JAZ um etwa 0,2 bis 0,5 Punkte verbessern kann. Bei einer ansonsten gut dimensionierten Anlage bedeutet das eine Ersparnis von rund 100 bis 200 Euro pro Jahr an Stromkosten.
Allerdings: Die reine Steuerung über die App ersetzt keine professionelle Einregulierung der Heizkurve durch den Fachmann. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel über die Installations- und Einbauvoraussetzungen. Eine falsch eingestellte Heizkurve kann die Effizienz massiv verschlechtern – egal wie smart die Steuerung ist.

Was kostet die Smart-Home-Nachrüstung bei der Vaillant aroTHERM plus?
Die Kosten für die Smart-Home-Integration hängen vor allem davon ab, welche Komponenten Sie bereits besitzen. Wir haben die typischen Kosten zusammengestellt:
| Komponente | Kosten (ca.) |
|---|---|
| WLAN-Modul VR 921 (Nachrüstung) | 150–200 € |
| Smart-Home-Gateway (z. B. Homematic CCU3) | 100–200 € |
| Erweiterte Sensoren (Fensterkontakte, Raumthermostate) | 50–150 € pro Stück |
| Fachmann für die Einrichtung | 100–250 € (einmalig) |
| Jährliche Betriebskosten (Strom für WLAN etc.) | ca. 5–10 € |
Wer bereits ein bestehendes Smart-Home-System hat, kann die Kosten niedrig halten. In vielen Fällen reicht das WLAN-Modul aus, um die Grundfunktionen zu nutzen. Die Einrichtung durch den Fachmann ist jedoch ratsam, da Fehler bei der Konfiguration zu Effizienzverlusten führen können.
Wenn Sie die Investition planen, sollten Sie auch die Fördermöglichkeiten prüfen. Die KfW-Förderung für die Vaillant aroTHERM plus umfasst in der Regel die gesamte Anlage inklusive Regelungskomponenten. Die Smart-Home-Nachrüstung allein wird jedoch nicht separat gefördert. Dennoch kann sie sich rechnen, wenn Sie die Energieeinsparungen über die Nutzungsdauer von 15–20 Jahren betrachten.
Was sagen Besitzer der Vaillant aroTHERM plus zur Smart-Home-Steuerung?
In Foren und Testberichten berichten Besitzer einer aroTHERM plus mit VRC 700 immer wieder von zwei typischen Erfahrungen:
Erste Erfahrung: „Die App ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich einmal eingefuchst hat, ist sie sehr praktisch. Ich kann von unterwegs die Temperatur anpassen, wenn ich früher nach Hause komme. Das spart richtig Heizenergie, weil die Bude nicht unnötig warm bleibt.“
Zweite Erfahrung: „Die Integration in unser Homematic-System hat geklappt, aber es war fummelig. Man braucht den richtigen Gateway und muss die Bus-Adressen genau einstellen. Ohne den Vaillant-Support hätte ich das nicht hinbekommen. Aber jetzt läuft es zuverlässig.“
Positiv hervorgehoben wird häufig die automatische Sommer-/Winterzeitumschaltung und die Möglichkeit, mehrere Heizkreise (z. B. Fußbodenheizung und Heizkörper) getrennt zu steuern. Kritisiert wird gelegentlich die etwas langsame Reaktionszeit der App (bis zu 30 Sekunden) und dass nicht alle Funktionen der Wärmepumpe über die App einsehbar sind – manche Einstellungen erfordern nach wie vor den direkten Zugriff am VRC 700.
Vergleiche mit der Konkurrenz zeigen, dass die Vaillant-Lösung im Mittelfeld liegt. Wer eine besonders tiefe Integration wünscht, sollte den Artikel Vaillant aroTHERM plus vs. Viessmann Vitocal 200-S lesen, denn Vitocal bietet teilweise eine noch offenere API für Heimautomation.
Häufig gestellte Fragen zur Smart-Home-Steuerung mit dem VRC 700
1. Benötige ich zwingend ein WLAN-Modul für die App-Steuerung?
Ja, für die Steuerung per Smartphone benötigen Sie entweder das WLAN-Modul VR 921 oder eine direkte Ethernet-Verbindung des VRC 700. Ohne Netzwerkverbindung funktioniert nur die lokale Bedienung am Regler selbst.
2. Kann ich die Wärmepumpe auch ohne App über das Smart Home steuern?
Ja, über die offene Schnittstelle „NetSmart“ können Sie die aroTHERM plus in Systeme wie Homematic IP oder Loxone einbinden. Dazu müssen Sie jedoch die entsprechenden Gateway-Komponenten kaufen und konfigurieren lassen.
3. Funktioniert die Smart-Home-Steuerung auch bei einem Stromausfall?
Bei einem Stromausfall fällt die komplette Elektronik aus. Nach Wiederkehr der Stromversorgung startet der VRC 700 automatisch neu und arbeitet mit den zuletzt gespeicherten Einstellungen weiter. Die App zeigt dann wieder den aktuellen Status an.
4. Kann ich die Wärmepumpe per Sprachassistenten steuern?
Ja, über die Vaillant vSMART App und entsprechende Skills für Amazon Alexa oder Google Assistant ist die Sprachsteuerung möglich. Sie können dann etwa sagen: „Alexa, stelle die Heizung auf 22 Grad.“
5. Wie aktuell ist die Software des VRC 700?
Vaillant veröffentlicht regelmäßig Firmware-Updates für den VRC 700, die über die App oder direkt über die Netzwerkschnittstelle installiert werden können. Wir empfehlen, die automatische Update-Funktion zu aktivieren, um von neuen Features und Sicherheitspatches zu profitieren.
6. Gibt es eine Alternative zum VRC 700 für die Smart-Home-Steuerung?
Nein, für die aroTHERM plus ist der VRC 700 die werkseitig vorgesehene Steuereinheit. Es gibt keine alternative Steuerung von Drittanbietern. Die Smart-Home-Integration erfolgt daher immer über den VRC 700 und dessen Schnittstellen.


