Vaillant aroTHERM plus: Installation und Einbauvoraussetzungen

Vaillant aroTHERM plus: Installation und Einbauvoraussetzungen – Worauf Sie achten sollten

Die Entscheidung für eine Vaillant aroTHERM plus ist gefallen – doch bevor der Heizungstausch beginnt, stehen entscheidende Fragen im Raum. Welche baulichen Hürden gibt es? Wie läuft die Montage konkret ab? Dieser Artikel fasst die wesentlichen Installations- und Einbauvoraussetzungen zusammen, damit Ihr Projekt reibungslos startet und die Förderchancen maximiert werden. Von der Platzierung der Außeneinheit bis zur Hydraulik im Bestand: Wir nehmen die Praxis unter die Lupe.

Welche baulichen Voraussetzungen muss mein Haus für die aroTHERM plus erfüllen?

Die Vaillant aroTHERM plus ist als Luft-Wasser-Wärmepumpe konzipiert und benötigt daher eine Außenaufstellung. Das Gerät saugt Umgebungsluft an, entzieht ihr Wärme und gibt diese über einen Kältemittelkreislauf an das Heizungswasser ab. Zentral sind ein passender Aufstellort im Freien und ein geeigneter hydraulischer Anschluss im Heizungsraum.

Zunächst muss die Statik des Außenbereichs prüfbar sein: Die Außeneinheit wiegt je nach Modell zwischen 110 und 145 kg. Ein Fundament aus Beton oder eine stabile, frostfreie Bodenplatte ist Pflicht. Abstand zu Wänden und Nachbargrundstücken? Die aroTHERM plus benötigt mindestens 30 cm seitlichen Abstand zu Gebäudewänden – besser sind 50 cm, um den Luftstrom nicht zu behindern. Für die Schallentwicklung ist ein Abstand von mindestens 3 Metern zum nächsten Fenster oder zur Grundstücksgrenze empfehlenswert (lokale Bauordnungen prüfen).

Im Haus selbst muss der Heizungsraum ausreichend Platz für die Inneneinheit bieten – meist eine hydraulische Weiche, ein Ausdehnungsgefäß und die Steuerung. Ein vorhandener Öl- oder Gasheizkessel muss demontiert werden, der Kamin stillgelegt. Achtung: Bei Mehrfamilienhäusern oder Denkmalschutz sind oft zusätzliche Brandschutz- oder Schallschutzauflagen zu beachten. Wer hier unsicher ist, sollte frühzeitig einen Fachbetrieb zur Begutachtung holen.

Photorealistic photo of a modern single-family house with a Vaillant aroTHERM plus outdoor

Wie läuft die Montage der Außeneinheit und Inneneinheit genau ab?

Der Einbau einer Vaillant aroTHERM plus ist kein DIY-Projekt – die Installation erfordert Fachkenntnisse in Kältetechnik, Heizungsbau und Elektrik. Der typische Ablauf gliedert sich in drei Phasen.

Phase 1: Vorbereitung
Der Fachbetrieb prüft die Statik des Aufstellorts, setzt gegebenenfalls ein neues Betonfundament (20 cm dick, 80×80 cm) und verlegt die Kältemittelleitungen – meist 3/8 Zoll und 5/8 Zoll Kupferrohr, die in einem Leerrohr geführt werden. Die maximale Leitungslänge zwischen Außen- und Inneneinheit beträgt 50 Meter; bei größeren Distanzen sind Ölsiphons nötig. Gleichzeitig wird die Stromversorgung vorbereitet: Die aroTHERM plus benötigt einen eigenen Drehstromanschluss (400 V, 16 A Absicherung) – Rücksprache mit dem Netzbetreiber ist Pflicht.

Phase 2: Montage
Die Außeneinheit wird auf das Fundament gesetzt, mit Schwingungsdämpfern versehen und waagerecht ausgerichtet. Anschließend erfolgt der Anschluss der Kältemittelleitungen – das System wird vakuumiert und mit dem werkseitig gefüllten Kältemittel R290 (Propan) befüllt. Parallel wird die Inneneinheit (die hydraulische Weiche und die Steuerung) im Haus montiert, an den bestehenden Heizkreis angeschlossen und die Umwälzpumpe installiert. Die Spülung der Anlage (Schlammfilter!) ist essenziell, um Partikel aus Altbestand zu entfernen.

Phase 3: Inbetriebnahme
Nach Dichtheitsprüfung und Vakuumtest wird die Anlage in Betrieb genommen. Der Heizungsbauer stellt die Heizkurve ein, prüft den Volumenstrom und dokumentiert die Jahresarbeitszahl (JAZ). Die erste Woche läuft meist im Überwachungsmodus – danach erfolgt die Endoptimierung.

Welche Heizungsanforderungen muss das Bestandssystem erfüllen?

Eine Wärmepumpe arbeitet effizient, wenn sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden kann. Die Vaillant aroTHERM plus erreicht bei 35 °C Vorlauf eine hohe Effizienz (JAZ über 4,0), bei 55 °C sinkt sie deutlich. Daher sind zwei Szenarien zu unterscheiden.

Neubau oder Flächenheizung

Eine Fußbodenheizung oder Wandheizung ist ideal – sie kommt mit Vorlauftemperaturen von 30–40 °C aus. Die aroTHERM plus kann hier ohne Pufferspeicher betrieben werden, sofern die minimale Wassermenge je nach Modell (ca. 20 Liter) eingehalten wird. Ein Pufferspeicher verbessert jedoch die Abtauzyklen und den Komfort.

Heizkörper im Bestand

Bei Guss- oder Plattenheizkörpern sind Vorlauftemperaturen von 55 °C oder mehr erforderlich. Das senkt die Effizienz enorm – die JAZ kann unter 3,0 fallen. Eine hydraulische Abgleich (zwingend) und der Austausch von Heizkörpern gegen Niedertemperatur-Radiatoren sind meist nötig. In sanierten Altbauten mit guter Dämmung (EnEV 2009 oder besser) sind 50 °C oft ausreichend. Vor der Installation sollte ein Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 erfolgen – sie zeigt, ob die aroTHERM plus die Heizlast deckt. Bei schlecht gedämmten Häusern kann ein Hybridsystem sinnvoll sein (z. B. Kombination mit einem bestehenden Gasbrenner).

Photorealistic photo of an interior heating room with a Vaillant aroTHERM plus indoor unit

Welches Kältemittel verwendet die aroTHERM plus – und welche Sicherheitsvorkehrungen sind nötig?

Die Vaillant aroTHERM plus setzt auf das natürliche Kältemittel R290 (Propan). Das ist umweltfreundlich (GWP von 3) und effizient, aber brennbar (Sicherheitsgruppe A3). Das hat konkrete Konsequenzen für die Installation.

Die Außeneinheit muss im Freien stehen – eine Aufstellung in geschlossenen Räumen ist unzulässig. Der Aufstellort muss mindestens 2 Meter von möglichen Zündquellen (Lichtschalter, Steckdosen, Lüftungsöffnungen) entfernt sein – das ist in der Regel kein Problem. Im Schadensfall verflüchtigt sich das Propan schnell, da es leichter als Luft ist.

Die Kältemittelleitungen müssen fachgerecht verlegt und abgedichtet sein – Leckagen sind selten, aber ernst zu nehmen. Der Fachbetrieb muss die gängigen Fehlerquellen wie F6 (Druckverlust oder Sensordefekt) erkennen können. Ein Druckwächter überwacht den Kreislauf permanent. Für den Hausbesitzer gilt: Die Anlage ist wartungsarm, aber der Kältemittelkreislauf darf nur vom zertifizierten Kältetechniker geöffnet werden. Bei der jährlichen Wartung (siehe Wartung der Umwälzpumpe) wird der Anlagendruck geprüft.

Welche Elektrik und Netzanschlüsse sind für die aroTHERM plus erforderlich?

Die aroTHERM plus benötigt einen Drehstromanschluss (400 V/50 Hz) mit eigener Absicherung – die genaue Leistung variiert je nach Modell (7 kW, 10 kW oder 12 kW). Die maximale Anschlussleistung liegt bei etwa 5,5 kW für die 12-kW-Version, plus Strom für die interne Umwälzpumpe und eventuelle Zusatzheizung (meist 1–2 kW).

Praktisch bedeutet das: Vor der Installation muss der Netzbetreiber informiert werden – oft ist ein separater Zähler (Wärmepumpenstrom) nötig, um den günstigen Wärmepumpentarif nutzen zu können. Die Verkabelung vom Zählerschrank zur Außeneinheit und Inneneinheit muss mindestens 5×2,5 mm² (NYM) sein, bei langer Leitung (über 30 Meter) 5×4 mm². Ein FI-Schalter Typ A ist Pflicht. Der Elektriker sollte den Anschlussplan von Vaillant strikt einhalten – Fehler hier führen zu Störungen oder Sicherheitsproblemen.

Ein Smart-Home-fähige Steuerung (wie der VRC 700) kommuniziert über eBUS oder WLAN. Dafür ist eine stabile Netzverbindung am Aufstellort sinnvoll – wer die Anlage per App steuern will, sollte einen WLAN-Reichweiten-Test durchführen. Die Einrichtung der Steuerung erfordert Fachwissen, lässt sich aber nach der Grundkonfiguration auch selbst bedienen.

Was kostet die Installation einer Vaillant aroTHERM plus – und wie lange dauert sie?

Die Installationskosten setzen sich aus mehreren Posten zusammen: Demontage Altanlage (200–500 €), Fundament (300–600 €), Kältemittelleitungen (ca. 80–120 € pro Meter), hydraulischer Anschluss (800–1.500 €), Elektroanschluss (400–1.000 €) und Inbetriebnahme (300–600 €). Hinzu kommen eventuelle Anpassungen am Heizsystem (Heizkörpertausch, Pufferspeicher). Die Gesamtkosten liegen meist zwischen 3.500 € und 6.500 € – ohne die Wärmepumpe selbst. Einen detaillierten Kostenüberblick finden Sie unter Vaillant aroTHERM plus: Kosten und Preise im Überblick.

Die reine Installationszeit beträgt erfahrungsgemäß 2–3 Tage für einen Einfamilienhaus. Bei komplexen Anforderungen (Altbau, lange Leitungswege, Denkmalschutz) sind 4–5 Tage realistisch. Einbindung der Förderung: Wer die BAföG- oder KfW-Förderung nutzt, muss die Maßnahme vor Beginn der Arbeiten beantragen – Rückwirkend gibt es keine Förderung. Die Förderung kann bis zu 40 % der förderfähigen Kosten abdecken – lesen Sie den Guide Wärmepumpen-Förderung maximieren: So geht’s.

Einflussfaktor Erhöht Kosten / Verzögerung Üblich ohne Aufpreis
Heizungssystem (Bestand) Heizkörper mit 70/50 °C nötig Austausch Fußbodenheizung vorhanden
Dämmstandard Schlecht gedämmter Altbau (Heizlast über 12 kW) Gut gedämmter Bau (EnEV-Standard)
Kältemittelleitung Länger als 30 Meter (Ölsiphon nötig) Bis 20 Meter direkte Verlegung
Stromanschluss Neuer Zählerschrank / Drehstrom nötig Drehstrom bereits vorhanden
Schallschutz Abstand zu Nachbarn unter 5 Metern (Kapselung nötig) Abstand über 5 Meter

Was sagen Besitzer zu Installation und Einbau?

„Die Monteure waren drei Tage da – der Altbau mit Gussheizkörpern war eine Herausforderung. Nach dem hydraulischen Abgleich und dem Tausch von zwei Heizkörpern läuft die aroTHERM plus aber super. Die Absprache mit dem Schornsteinfeger für die Stilllegung der Ölheizung hatte ich unterschätzt – unbedingt vorher klären!“ – Familie B., München (6 Monate im Betrieb)

„Im Neubau mit Fußbodenheizung ging der Einbau schnell – knapp zwei Tage. Der Elektriker musste noch einen zusätzlichen FI-Schalter einbauen, das hatte der Heizungsbauer nicht eingeplant. Am besten alles vorher mit den Gewerken abstimmen. Die Einrichtung der Steuerung via App ist einfach – ich habe sie mir vom Techniker erklären lassen.“ – Herr K., Köln (1 Jahr im Betrieb)

„Die Außeneinheit steht bei uns an der Terrasse – der Abstand von 3 Metern zur Nachbargrenze reicht uns, die Lautstärke ist absolut akzeptabel. Ein Tipp: Das Fundament sollte mindestens 10 cm stark sein und frostfrei sein – bei mir hat es im ersten Winter leichte Setzrisse gegeben, die der Monteur nachbessern musste.“ – Frau S., Hamburg (2 Jahre im Betrieb)

Häufig gestellte Fragen zu Installation und Einbau der Vaillant aroTHERM plus

Kann ich die Vaillant aroTHERM plus selbst installieren?

Nein. Die Installation erfordert Fachkenntnisse in Kältetechnik (Kältemittel R290 ist brennbar), Heizungstechnik (Hydraulik, Druckprüfung) und Elektrik (Drehstromanschluss). Ein Fachbetrieb ist zwingend erforderlich – auch wegen der Herstellergarantie.

Wie groß muss das Fundament für die Außeneinheit sein?

Das Fundament sollte mindestens 80 x 80 cm groß und 20 cm dick sein – aus Beton (C20/25). Eine frostfreie Tiefe von 80 cm ist Pflicht, um Setzungen zu vermeiden. Bei weichem Boden ist eine Bodenplatte mit Bewehrung nötig.

Was passiert mit dem alten Heizkessel bei der Installation?

Der alte Kessel (Öl oder Gas) wird demontiert, der Heizöl- bzw. Gastank muss gereinigt oder stillgelegt werden. Bei Ölheizungen ist oft eine Bodensanierung nötig – das kann zusätzliche Kosten verursachen. Der Schornstein wird in der Regel verschlossen oder rückgebaut.

Wie lange hält die Installation – gibt es typische Probleme?

Die Lebensdauer der aroTHERM plus liegt bei 15–20 Jahren. Typische Anfangsprobleme sind: unzureichender hydraulischer Abgleich (führt zu Takten), falsche Heizkurve (zu hohe Vorlauftemperatur), unzureichender Kältemitteldruck (Fehler F6). Nach der Einregulierung und der ersten Wartung (siehe Wartung der Umwälzpumpe) sind die Anlagen im Betrieb stabil.

Benötige ich einen Pufferspeicher oder nicht?

Bei Fußbodenheizungen im Neubau ist ein Pufferspeicher nicht zwingend erforderlich – die minimale Wassermenge von 20 Litern wird meist erreicht. Bei Heizkörpern im Bestand oder bei häufigen Abtauzyklen ist ein Puffer (20–50 Liter) empfehlenswert, um Takten zu vermeiden und die Effizienz zu steigern.

Wie finde ich einen guten Installateur für die aroTHERM plus?

Suchen Sie nach Vaillant-Vertriebspartnern oder Heizungsbaubetrieben mit Wärmepumpen-Zertifikat (z. B. VDEW oder SHK). Holen Sie drei Vergleichsangebote ein und achten Sie auf eine detaillierte Beschreibung der Heizlastberechnung, des hydraulischen Abgleichs und der Kältemittelleitungen. Ein Vergleich mit Alternativen (z. B. Vaillant aroTHERM plus vs. Viessmann Vitocal 200-S) kann bei der Entscheidung helfen.

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