Viessmann Vitocal 200-S vs. Vaillant aroTHERM plus

Viessmann Vitocal 200-S vs. Vaillant aroTHERM plus: Welche Wärmepumpe ist die richtige für Ihr Haus?

Die Entscheidung zwischen der Viessmann Vitocal 200-S und der Vaillant aroTHERM plus ist eine der häufigsten beim Neubau oder der Modernisierung mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Beide Geräte zählen zu den Bestsellern im deutschen Markt, unterscheiden sich jedoch in wichtigen Details wie Kältemittel, Effizienz bei Teillast und den Kosten für die Installation. In diesem Vergleich zeigen wir Ihnen, welche Modellreihe bei welchen Anforderungen die Nase vorn hat.

Was unterscheidet die Bauweise der Außeneinheiten?

Die physische Konstruktion hat direkten Einfluss auf die Aufstellmöglichkeiten und die Wartungsfreundlichkeit. Die Viessmann Vitocal 200-S (Typ BWS-M) setzt auf einen kompakten Monoblock, bei dem der gesamte Kältemittelkreislauf bereits ab Werk gefüllt und abgedichtet ist. Das vereinfacht die Installation erheblich, da der Elektriker nur die Stromversorgung und die Hydraulikleitungen anschließen muss. Ein Kältemittelfachbetrieb ist nicht zwingend erforderlich, was bei der Inbetriebnahme mehrere hundert Euro sparen kann.

Die Vaillant aroTHERM plus kommt hingegen als Split-Gerät. Hier sind Außeneinheit und Inneneinheit (meist der VWZ-Speicher oder die uniTOWER Einheit) durch Kältemittelleitungen verbunden. Das erfordert einen zertifizierten Kältetechniker für die Verbindung und das Evakuieren des Kreislaufs. Der Vorteil: Die Kältemittelleitungen können flexibler verlegt werden, und der Verdichter sitzt in der Außeneinheit, was die Innengeräusche weiter reduziert. Allerdings steigen die Installationskosten im Schnitt um 800 bis 1.200 Euro im Vergleich zum Viessmann-Monoblock.

Ein weiterer Punkt: Bei der Vaillant aroTHERM plus ist das integrierte Drei-Wege-Ventil für die Warmwasserbereitung oft Standard, während bei der Vitocal 200-S ein separater Wärmespeicher (z.B. Vitocell 100) erforderlich ist. Das macht die Vaillant-Kombination oft kompakter in beengten Heizungsräumen.

Fazit zur Bauweise: Die Viessmann Vitocal 200-S punktet durch einfachere, günstigere Installation, die Vaillant aroTHERM plus durch kompaktere Innenaufstellung und optionalem integriertem Warmwasserspeicher.

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Wie unterscheiden sich die Effizienzwerte (COP und SCOP)?

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist das wichtigste Kriterium für die Betriebskosten. Die Viessmann Vitocal 200-S erreicht bei A2/W35 (Außentemperatur 2°C, Vorlauftemperatur 35°C) einen COP von etwa 4,6. Die Vaillant aroTHERM plus liegt bei vergleichbaren Bedingungen bei einem COP von 4,5. Auf dem Papier ist das fast gleichauf. Der entscheidende Unterschied zeigt sich jedoch bei Teillast und höheren Vorlauftemperaturen.

Die Vitocal 200-S nutzt das Kältemittel R290 (Propan). Propan hat bei höheren Vorlauftemperaturen (45°C) physikalisch bedingt eine bessere Effizienz als das R410A in der Vaillant aroTHERM plus. Gerade bei Sanierungen mit bestehenden Heizkörpern, wo Vorlauftemperaturen von 45–50°C nötig sind, arbeitet die Viessmann im Vergleich messbar effizienter. Die Vaillant aroTHERM plus reagiert dagegen empfindlicher auf Temperaturhubverluste.

Ein Blick in die detaillierte Effizienzanalyse der Viessmann Vitocal 200-S zeigt, dass die Propan-Wärmepumpe besonders bei moderaten Außentemperaturen von 7°C bis 12°C Spitzenwerte erreicht. In der Praxis bedeutet das: Ein Haus mit guter Dämmung und Fußbodenheizung fährt mit beiden Systemen gleich günstig. Bei Altbauten mit Heizkörpern spart die Viessmann jährlich etwa 80–120 Euro Stromkosten.

Effizienz-Tabelle (Herstellerangaben, typische Werte):

Eigenschaft Viessmann Vitocal 200-S Vaillant aroTHERM plus
Kältemittel R290 (Propan) R410A
COP A2/W35 4,6 4,5
SCOP (Niedertemperatur) 5,0 4,9
COP A7/W45 3,5 3,2
Max. Vorlauftemperatur bis 70°C bis 65°C
Schallleistungspegel Außen (leise) 52 dB(A) 55 dB(A)

Hinweis: Die Werte können je nach Baugröße und Ausstattung leicht variieren.

Welches System ist leiser – Vitocal 200-S oder aroTHERM plus?

Die Lautstärke ist in dicht bebauten Wohngebieten ein entscheidendes Kaufkriterium. Die Viessmann Vitocal 200-S hat ihre Stärke im leisen Heizbetrieb: Der Schallleistungspegel liegt bei nur 52 dB(A) im Standard-Heizbetrieb. Das ist leiser als ein Kühlschrankbrummen und unterbietet die Grenzwerte der TA Lärm für reine Wohngebiete in der Nacht (35 dB(A) am Immissionsort) deutlich, sofern der Aufstellort nicht direkt am Schlafzimmerfenster liegt.

Die Vaillant aroTHERM plus kommt auf etwa 55 dB(A) im Heizbetrieb. Das ist noch immer leise, aber in der Praxis subjektiv wahrnehmbar lauter. Der Unterschied von 3 dB(A) entspricht etwa einer Verdopplung der Schallenergie. Besonders in Abtauzyklen oder bei hoher Leistungsanforderung wird der Vaillant-Verdichter hörbarer. Viessmann hat durch die größere Verdampferfläche und den speziell gedämpften Verdichter erreicht, dass das Gerät im Dauerbetrieb kaum auffällt.

Für alle, die ihre Wärmepumpe in einer Lärmschutz-Ecke oder nahe der Grundstücksgrenze aufstellen müssen, ist die Lautstärke der Inneneinheit der Vitocal 200-S ebenfalls zu beachten: Die Inneneinheit arbeitet praktisch unhörbar, da sie nur die Hydraulikpumpe beherbergt. Bei der Vaillant aroTHERM plus mit uniTOWER sitzt die Umwälzpumpe ebenfalls innen und läuft im Normalbetrieb sehr leise.

Fazit: Die Viessmann Vitocal 200-S ist die leisere Lösung im Außenbereich – ein klares Plus für enge Nachbarschaften.

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Welche Kosten und Fördermöglichkeiten gibt es?

Der Anschaffungspreis allein sagt wenig – die Gesamtkosten über 20 Jahre sind entscheidend. Die Viessmann Vitocal 200-S kostet inklusive Installation und Demontage des alten Heizsystems zwischen 12.000 und 16.000 Euro. Die Vaillant aroTHERM plus ist aufgrund der aufwändigeren Split-Installation mit 14.000 bis 19.000 Euro teurer. Der höhere Preis kommt vor allem durch die benötigte Kältemittelfachkraft und längere Montagezeit zustande.

Aktuell profitieren Sie bei beiden Modellen von der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die Förderung der Viessmann Vitocal 200-S in 2024 beträgt bis zu 40 % der förderfähigen Kosten (inkl. 5% Klimageschwindigkeitsbonus). Das gleiche gilt grundsätzlich für Vaillant. Allerdings: Die Viessmann Vitocal 200-S wird als R290-Wärmepumpe (Propan) im Topf der förderfähigen Technologien oft als besonders zukunftssicher eingestuft, da das Kältemittel kein Treibhausgas ist. Auch die aktuellen Preise und Kosten der Viessmann Vitocal 200-S zeigen, dass die Amortisation durch die niedrigeren Installationskosten in der Regel schneller eintritt.

Beachten Sie: Beide Geräte haben eine typische Lebensdauer von 15–20 Jahren, wenn sie fachmännisch gewartet werden. Die Wartung des Verdichters der Vitocal 200-S sollte alle zwei Jahre erfolgen und kostet etwa 150–200 Euro. Bei Vaillant sind es vergleichbare Beträge. Der große Unterschied: Die Split-Anlage muss zusätzlich auf Kältemittelverlust geprüft werden (alle 3 Jahre), was rund 100 Euro mehr kostet.

Kostenvergleich (Faustzahlen für ein Einfamilienhaus):

Posten Viessmann Vitocal 200-S Vaillant aroTHERM plus
Gerät (Außengerät + Inneneinheit) 8.000–10.000 € 9.000–12.000 €
Installation (Durchschnitt) 3.500–4.500 € 4.500–6.500 €
Warmwasserspeicher (300 L) 1.500–2.500 € oft in uniTOWER integriert
Jährliche Wartungskosten 150–200 € 200–250 € (zzgl. Kältemittelprüfung)
Förderung (max.) bis 40 % (ca. 5.000–7.000 €) bis 40 % (ca. 5.500–8.000 €)

Wie schneiden die Systeme im Hybridbetrieb ab?

Viele Hausbesitzer fragen sich, ob die Wärmepumpe auch mit einem bestehenden Gas- oder Ölkessel kombiniert werden kann. Die Viessmann Vitocal 200-S ist dafür hervorragend geeignet, da sie als Monoblock mühelos mit einem separaten Vitocrossal-Kessel über einen hydraulischen Puffer gekoppelt werden kann. Die Steuerung erfolgt über das Systemregelgerät Vitotronic, das zwischen den Wärmeerzeugern wechselt. Lesen Sie mehr dazu im Artikel Einbau der Vitocal 200-S als Hybridsystem.

Die Vaillant aroTHERM plus lässt sich ebenfalls hybridisieren, benötigt aber den hauseigenen MultiMatik-Regler und einen passenden Vaillant-Kessel (z.B. ecoTEC exclusive). Die Integration ist komplexer und oft teurer. Zudem hat Vaillant in den letzten Jahren verstärkt auf Komplettsysteme gesetzt, bei denen die Steuerung zentral über das viaVents-System läuft. Das ist sehr komfortabel, bindet den Anwender aber stärker an die Produktwelt.

Praxistipp: Wenn Sie einen alten Ölkessel ersetzen und vorerst einen Hybrid als Überbrückungsheizung nutzen möchten, ist die Viessmann-Variante flexibler, da sie keine proprietären Kesselkomponenten voraussetzt.

Was sagen die Besitzer? Erfahrungen aus der Praxis

„Wir haben uns für die Viessmann Vitocal 200-S entschieden, weil der Installateur uns den Monoblock in einem Tag eingebaut hat. Die Vaillant hätte zwei Tage gebraucht, und das Kältemittelthema war mir unheimlich. Seit zwei Jahren läuft das Ding absolut problemlos – nur einmal war der Fehler E01 im Display, den habe ich mit dem Hinweis aus dem Forum selbst behoben.“ — Frank M., Marktheidenfeld (Baujahr 2022)

„Meine aroTHERM plus läuft seit drei Jahren im KfW-70-Neubau. Die Steuerung über die viaVents-App ist wirklich klasse, aber ich habe beim Einbau 1.500 Euro mehr bezahlt als der Nachbar für die Vitocal 200-S. Die Laufgeräusche sind bei leise Luftfeuchte in Ordnung, aber im Winter beim Abtauen pfeift das Teil schon recht laut. Der Viessmann-Nachbar wird kaum gehört.“ — Petra S., Freiburg (Baujahr 2020)

„Ich bin Heizungsbauer und verbaut beide Systeme. Die Vitocal 200-S bekommt bei Sanierungen den Vorzug, weil sie einfach mehr Toleranz bei den Vorlauftemperaturen hat. Die aroTHERM plus setze ich bei Neubauten mit Fußbodenheizung ein, da reicht der COP. Die Kundenzufriedenheit ist bei beiden hoch, aber die Viessmann ist aus meiner Sicht wartungsärmer.“ — Hans-Jürgen K., Meister aus Regensburg

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich die Viessmann Vitocal 200-S in einem Altbau mit Heizkörpern verwenden?

Ja, das ist möglich. Die Vitocal 200-S erreicht Vorlauftemperaturen bis 70°C, was für Altbaustandard ausreicht. Allerdings sinkt die Effizienz (COP) bei höheren Vorlauftemperaturen. Eine vorherige Dämmverbesserung oder Heizkörpervergrößerung verbessert die Jahresarbeitszahl (JAZ) deutlich.

Welche Wärmepumpe ist günstiger in der Anschaffung – Viessmann oder Vaillant?

Die Viessmann Vitocal 200-S ist in der Regel günstiger, da sie als Monoblock konzipiert ist und keine aufwändige Kältemittelinstallation benötigt. Die Gesamtkosten für die aroTHERM plus liegen oft 2.000–4.000 Euro höher, dafür ist die Warmwasserversorgung oft kompakter gelöst.

Ich möchte die Wärmepumpe per App steuern. Geht das bei beiden?

Ja, beide Hersteller bieten Apps an: Viessmann ViCare und Vaillant viaVents. Die ViCare App ermöglicht umfangreiche Einstellungen wie Heizkurvenanpassung und Zeitpläne. Lesen Sie dazu den Artikel Steuerung der Vitocal 200-S mit der ViCare App. Die viaVents-App von Vaillant ist ebenfalls leistungsstark, aber nicht ganz so tief integrierbar bei Mischinstallationen.

Welche Wartungsintervalle gelten für die Vitocal 200-S?

Viessmann empfiehlt eine jährliche Sicht- und Funktionsprüfung, der Verdichter sollte alle zwei Jahre professionell gewartet werden. Eigenleistung wie Filterreinigung ist möglich. Details finden Sie im Beitrag Wartung des Verdichters der Vitocal 200-S und Wärmepumpen-Wartung: Kosten sparen durch Eigenleistung.

Kann ich die Vaillant aroTHERM plus mit einer Solaranlage kombinieren?

Ja, Vaillant bietet dafür den uniTOWER mit integriertem Solarwärmetauscher an. Allerdings ist die Kombination aufwändiger als bei Viessmann, wo separate Speicher wie Vitocell 100 mit Solaranschluss problemlos integriert werden können. Bei der aroTHERM plus müssen Sie auf die passende Anbindungstechnik achten.

Was mache ich, wenn meine Vitocal 200-S den Fehler E01 anzeigt?

Der Fehler E01 deutet auf einen Störung im System hin, oft zusammenhängend mit einem Temperatursensor oder der Durchflussüberwachung. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Fehlerbehebung finden Sie im Artikel Fehler E01 bei der Vitocal 200-S beheben. In vielen Fällen reicht ein Reset oder eine Entlüftung der Anlage.

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